Auf dem Thüster Berg, südlich der Soleiche, steht dieser Wagen einer ehemaligen Bergwerksbahn.
Archiv des Autors: Frank Batke
Steinplattenzäune in Oldendorf
In Oldendorf gibt es drei Steinplattenzäune:
* Kirchweg 2: der Zaun ist 106 m lang und besteht aus ca. 1,5 m hohen, viereckig-länglichen Steinplatten. Die Platten sind in etwa gleich breit, regelmäßig ausgeformt und haben eckige Kanten.
* Kirchweg 3: Der Zaun gehört zum Grundstück des Kirchwegs, befindet sich aber in der Schulstraße. Er ist elf Meter lang und besteht aus gleich hohen viereckig-länglichen Steinplatten. Sie sind ebenfalls sehr regelmäßig geformt und haben eckige Kanten.
* Schulstraße 4: Der Zaun besteht aus einem acht und einem zehn Meter langen Stück.
Die Steinplatten sind hier sehr viel unregelmäßiger ausgeformt als bei den anderen Zäunen. Die einzelnen Steine sind breiter und nur ungefähr gleichgroß. Auch die obere Kante ist unregelmäßig ausgeformt, mit teilweise abgerundeten Kanten. Das zweiten Stück Zaun befindet sich am Kirchweg, gehört aber zum Grundstück der Schulstraße. Der Zaun grenzt an die Hausmauer, die Platten stehen zum Garten hin geneigt. Diese Steine sind in ihrer Gesamtform allerdings ebenmäßiger als die des ersten Stücks.
Die Plattenzäune stehen an privaten Grundstücken bzw. am Pfarrhaus und umgrenzen die Gärten bzw. den Pfarrgarten. Die Steinplattenzäune dienten und dienen der Einfassung der Grundstücke und wurden von den jeweiligen Grundstücksbesitzern errichtet. Über die Herkunft der Steine und den Zeitpunkt ihrer Errichtung ist nichts bekannt. Analog zu den Steinplattenzäunen im Flecken Aerzen kann man annehmen, dass sie spätestens im 19. Jahrhundert, vermutlich aber früher entstanden sind.
Die Zäune sind erhaltenswert, weil sie einen wesentlichen Teil des Ortskerns bilden. Sie sind außerdem sehr selten. Außer einigen Exemplaren im Flecken Aerzen beschränken sie sich in Niedersachsen fast ausschließlich auf den Landkreis Holzminden.
Oldendorfer Waschtreppe
An der Straße „An der Saale“ befindet sich neben der Saalebrücke die so genannte Waschtreppe, die zu einem ehemaligen Waschplatz führte. Die Waschtreppe besteht aus sechs Sandsteinstufen, die ca. 70 cm breit sind und zur Saale hinab führen. Das letzte Stück bis zum Wasser ist ein schmaler Pfad am Ufer.
Die Waschtreppe wurde von Landwirten und Kleingärtnern geschaffen, um Kartoffelsäcke in der Saale zu waschen. Ihre Entstehungszeit ist unbekannt. Heute werden Waschtreppe und -platz nicht mehr verwendet.
Mundloch des Tages- oder Grenzstollens östlich Osterwald
Der Name Tagestollen leitet sich aus der Funktion dieser Bergwerksanlage ab. Hier wurde die Kohle zutage gefördert (an die Erdoberfläche gebracht). Aufgefahren wurde er 1855. Seine Länge betrug 175 Meter (an anderer Stelle wird 190 Meter genannt). Er ist der jüngste der drei Tagestollen.
Hier kann man sehr gut erkennen, dass die Bergleute früher bestrebt waren, Stollen immer in der Nähe von Bächen anzulegen. Der Stollen fällt zum Stollenmundloch. Damit wollte man erreichen, dasss man die vollen Loren, die der Bergmann „Hunt“ nannte, leichter nach Übertage transportieren konnte. Auch konnte das Grubenwasser so ohne maschinelle Hilfe aus dem Berg ablaufen.
Vor einigen Jahren wurde das Stollenmundloch mit einem Gitter versehen. Der Stollen dient nun als Quartier für Fledermäuse.
(Aus: Kreft, Auf den Spuren der industriellen Vergangenheit)
Brücke über den Steinbach östlich Osterwald
Die Brücke liegt an der Einmündung des Grenzweges in die Tiefbaustrasse. Diese Tiefbau- oder Kohlenstrasse ist ein alter Verbindungsweg, den Schrader in seiner Karte von 1770 als Fusssteig von Coppenbrügge nach Mehle darstellt. Hier an dieser Stelle führt eine Brücke über den sogenannten Steinbach. Diesen Fusssteig liess der Bürgermeister Hartleben zur Kohlenstrasse ausbauen, um für eine Absatzsteigerung zu sorgen. Es war die Verbindungsstrasse zwischen den Kohlenabfuhrwerken von dem Osterwalder und Mehler Bergwerk.
Der Schlussstein auf der Südseite des Bauwerkes bezeugt, dass die Brücke im Jahre 1841 vollendet wurde. Ausserdem ist das Bergbauzeichen Schlägel und Eisen zu sehen.
(Aus: Kreft, Auf den Spuren der industriellen Vergangenheit)
Lauensteiner Glashütte in Osterwald Relikte: Herrenhaus, Arbeiterhäuser, Fundament der Glashütte
Im nordöstlichen Teil Osterwalds lag früher die sogenannte „Lauensteiner Glashütte“. Zu sehen ist heute noch das alte Herrenhaus, die Arbeiterhäuser und das Fundament der Fabrik.
Das Herrenhaus wurde 1827 als Wohnhaus des Glashüttenbesitzers Franz Hampel errichtet. Nach 1900 wurde es als Unterkunft für die Glasmacher genutzt. Von 1930 bis 1998 wurde es als gastronomischer Betrieb geführt und anschliessend wieder zum Wohnhaus umgebaut.







